Kurz gesagt

Eine Website entsteht in acht Schritten: Ziel klären, Inhalte sammeln, Seitenstruktur festlegen, Domain und Hosting einrichten, technische Basis wählen, gestalten und umsetzen, testen, live gehen. Wer selbst baut, sollte 20 bis 40 Arbeitsstunden einplanen; bei professioneller Umsetzung dauert es je nach Umfang 7 Werktage bis 8 Wochen.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe klären

Bevor irgendetwas gestaltet wird, muss eine Frage beantwortet sein: Was soll auf der Website passieren? Eine Anfrage über das Formular, ein Anruf, eine Bestellung, eine Bewerbung? Ohne diese Antwort wird jede spätere Entscheidung Geschmackssache.

Dazu gehört die zweite Frage: Wer soll das tun? Ein Geschäftsführer, der eine Agentur sucht, braucht andere Informationen als ein Privatkunde, der einen Handwerker googelt.

  • Formulieren Sie ein Hauptziel in einem Satz: „Handwerksbetriebe in der Region sollen ein Angebot anfordern.“
  • Notieren Sie die drei häufigsten Fragen, die Kunden vor der Beauftragung stellen
  • Legen Sie fest, was Sie von Wettbewerbern unterscheidet, in Worten, die auch ein Kunde benutzen würde

Zeitaufwand: 1 – 2 Stunden, aber gut investiert.

Schritt 2: Inhalte sammeln, bevor das Design beginnt

Das ist der Schritt, an dem die meisten Projekte hängen bleiben, bei Eigenbau wie bei Agenturen. Design ohne Inhalt ist Dekoration.

  • Beschreibung jeder Leistung in zwei bis drei Sätzen
  • Preise oder zumindest Preisspannen, wenn Sie sie zeigen wollen
  • Firmengeschichte, Team, Qualifikationen
  • Referenzen, Projekte oder Kundenstimmen, mit Erlaubnis zur Veröffentlichung
  • Fotos in ordentlicher Auflösung. Eigene Bilder schlagen Stockfotos deutlich.
  • Logo als Vektordatei, falls vorhanden
  • Kontaktdaten, Öffnungszeiten und die Angaben fürs Impressum

Zeitaufwand: 5 – 15 Stunden, je nachdem wie viel schon existiert. Das ist der ehrlichste Stundenposten des ganzen Projekts und der Grund, warum wir die Texte selbst schreiben.

Schritt 3: Seitenstruktur festlegen

Jetzt entscheiden Sie, welche Seiten es gibt. Eine Faustregel: Jede Leistung, nach der jemand eigenständig sucht, verdient eine eigene Seite. Alles andere gehört zusammengefasst.

Typischer Aufbau einer Firmenwebsite
SeiteZweckPflicht?
StartseiteIn fünf Sekunden klarmachen, wer Sie sind und für wenja
LeistungsseitenJe eine pro Angebot, hier entstehen Google-Rankingsja
Über unsVertrauen: Menschen, Qualifikation, Geschichteempfohlen
ReferenzenBeweis statt Behauptungempfohlen
KontaktFormular, Telefon, Adresse, Anfahrtja
ImpressumGesetzlich vorgeschrieben nach § 5 DDGja
DatenschutzerklärungGesetzlich vorgeschrieben nach DSGVOja
BlogNur wenn Sie ihn pflegennein

Entscheidend ist nicht die Zahl der Seiten, sondern dass jede fertig ist und eine klare Aufgabe hat. Details zum Inhalt: Was gehört auf eine gute Firmen-Website?

Zeitaufwand: 2 – 4 Stunden.

Schritt 4: Domain und Hosting einrichten

Die Domain ist Ihre Adresse, das Hosting der Speicherplatz. Für eine .de-Domain zahlen Sie etwa 12 € im Jahr, für Hosting 40 bis 200 €.

  • Kurze, sprechbare Domain wählen, idealerweise Ihr Firmenname
  • Auf Ihren Namen registrieren, nicht auf den Dienstleister
  • Auf den Verlängerungspreis achten, nicht auf den Lockpreis im ersten Jahr
  • Hosting in Deutschland oder der EU wählen
  • SSL-Zertifikat prüfen: bei seriösen Anbietern kostenlos enthalten

Ausführlich erklärt in Was ist eine Domain und was ist Hosting?

Zeitaufwand: 1 – 2 Stunden.

Schritt 5: Die technische Basis wählen

Jetzt erst stellt sich die Frage nach dem Werkzeug, und die Antwort hängt davon ab, wie oft Sie Inhalte selbst ändern wollen.

Die drei Wege im Vergleich
WegKostenIhr AufwandPasst, wenn …
Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)10 – 40 € / Monat20 – 40 StundenBudget sehr klein, Zeit vorhanden
Redaktionssystem (WordPress)Hosting + Wartunglaufend Updateshäufige eigene Änderungen
Individuelle Entwicklungab ca. 400 € einmalignahezu keinerInhalte stabil, Tempo wichtig

Zum Vergleich im Detail: Homepage-Baukasten oder Agentur und WordPress oder eigene Website.

Schritt 6: Gestalten und umsetzen

Erst jetzt geht es ums Aussehen. Gutes Webdesign ist zu neunzig Prozent Ordnung und zu zehn Prozent Geschmack.

  • Mobil zuerst denken. Die Mehrheit Ihrer Besucher kommt vom Handy.
  • Wenige Schriften, wenige Farben, viel Abstand
  • Der wichtigste Knopf gehört sichtbar nach oben, nicht ans Seitenende
  • Kontraste prüfen: Hellgrau auf Weiß liest niemand über vierzig
  • Bilder verkleinern, bevor sie hochgeladen werden. Ein 4-MB-Foto ist die häufigste Bremse.
  • Jedes Bild bekommt einen Alternativtext

Zeitaufwand bei Eigenbau: 10 – 25 Stunden.

Schritt 7: Testen, bevor Sie live gehen

  • Auf einem echten Handy öffnen, nicht nur im verkleinerten Browserfenster
  • In zwei verschiedenen Browsern prüfen
  • Das Kontaktformular absenden und nachsehen, ob die Mail wirklich ankommt
  • Jeden Link anklicken
  • Ladezeit mit Googles PageSpeed Insights messen
  • Rechtstexte prüfen: Impressum vollständig, Datenschutzerklärung passend zu dem, was Sie einsetzen
  • Auf Tippfehler lesen lassen, und zwar von jemandem, der den Text nicht geschrieben hat

Zeitaufwand: 2 – 5 Stunden.

Schritt 8: Live gehen und sichtbar werden

Der Livegang ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Diese Schritte gehören unmittelbar dazu:

  • Google Search Console einrichten und Sitemap einreichen
  • Google-Unternehmensprofil anlegen oder aktualisieren, der größte Hebel für lokale Anfragen
  • Alte Adressen weiterleiten, falls es eine Vorgängerseite gab
  • Die neue Adresse überall eintragen: E-Mail-Signatur, Fahrzeuge, Visitenkarten, Verzeichnisse
  • Nach vier Wochen in die Search Console sehen: Wird die Seite gefunden?

Selbst umsetzen oder umsetzen lassen?

Rechnen Sie ehrlich. Ein Baukasten kostet 15 € im Monat, aber 20 bis 40 Stunden Ihrer Zeit. Bei einem Stundensatz von 60 € sind das 1.200 bis 2.400 €, also etwa so viel wie eine professionell umgesetzte kleine Website. Die Texte schreiben Sie dann trotzdem selbst.

Selbst machen lohnt sich, wenn das Budget wirklich bei null liegt, Sie Freude an der Sache haben oder die Website zunächst nur ein Test ist.

Machen lassen lohnt sich, wenn Ihre Zeit im Betrieb mehr wert ist, wenn die Website Anfragen bringen soll statt nur zu existieren, oder wenn Ihnen die Texte schwerfallen. Das ist der Punkt, an dem die meisten Eigenbau-Projekte hängen bleiben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, eine Website selbst zu erstellen?
Mit einem Baukasten sollten Sie 20 bis 40 Arbeitsstunden einplanen, verteilt über mehrere Wochen. Der größte Anteil entfällt nicht auf die Technik, sondern auf das Schreiben der Texte und das Aufbereiten der Bilder.
Was brauche ich, um eine Website zu erstellen?
Eine Domain, ein Hosting-Paket, ein Werkzeug zum Bauen (Baukasten, Redaktionssystem oder Entwickler), Inhalte, also Texte und Bilder, sowie ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Technisches Vorwissen ist bei einem Baukasten nicht nötig.
Kann ich eine Website kostenlos erstellen?
Es gibt kostenlose Varianten bei Baukastenanbietern, meist mit Werbung und einer Adresse wie ihrname.anbieter.de. Für einen gewerblichen Auftritt ist das ungeeignet: Es wirkt unprofessionell, und ohne eigene Domain bauen Sie keine Sichtbarkeit auf, die Ihnen gehört.
Was ist der häufigste Fehler bei der Website-Erstellung?
Mit dem Design zu beginnen, bevor die Inhalte existieren. Die Folge sind Entwürfe mit Blindtext, die gut aussehen und beim Befüllen zusammenfallen. Zweithäufigster Fehler: alle Leistungen auf eine einzige Seite packen, die dann für keine Suchanfrage spezifisch genug ist.
Brauche ich ein Impressum auf meiner Website?
Bei geschäftsmäßigen Websites ja, nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Es muss von jeder Seite aus mit maximal zwei Klicks erreichbar sein und Name, Anschrift, Kontaktdaten und je nach Rechtsform weitere Angaben enthalten. Dazu kommt eine Datenschutzerklärung nach DSGVO.