Kurz gesagt

Die häufigste Ursache für langsame Websites sind zu große Bilder, oft allein über die Hälfte der Ladezeit. Danach folgen zu viele Erweiterungen, schwache Hosting-Pakete, eingebundene Fremddienste wie Karten und Schriften sowie unkomprimierte Dateien. Eine Seite sollte auf dem Handy in unter 2,5 Sekunden sichtbar sein.

Erst messen, dann handeln

Bevor Sie irgendetwas ändern, brauchen Sie eine Zahl. Das Gefühl „die Seite ist langsam“ reicht nicht, weil Ihr eigener Browser Dateien zwischenspeichert und Ihnen die Seite schneller zeigt, als ein Erstbesucher sie erlebt.

  • Rufen Sie PageSpeed Insights von Google auf und geben Sie Ihre Adresse ein
  • Sehen Sie sich zuerst den Handy-Wert an, denn dort kommt die Mehrheit Ihrer Besucher her
  • Ignorieren Sie die Gesamtnote und achten Sie auf drei Werte: LCP, INP und CLS
  • Notieren Sie die Werte, damit Sie später vergleichen können
  • Testen Sie zusätzlich mit dem eigenen Handy im Mobilfunknetz, nicht im WLAN

Was heißt eigentlich „schnell genug“?

Googles Zielwerte für die wichtigsten Kennzahlen
KennzahlWas sie misstGutKritisch ab
LCPWann der größte sichtbare Inhalt erscheintunter 2,5 s4,0 s
INPWie schnell die Seite auf Eingaben reagiertunter 200 ms500 ms
CLSWie stark Inhalte beim Laden verspringenunter 0,10,25

Diese drei Werte heißen bei Google Core Web Vitals und fließen in die Bewertung der Suchergebnisse ein. Wichtiger als das Ranking ist aber der einfache Zusammenhang: Je länger eine Seite lädt, desto mehr Menschen brechen ab, bevor sie etwas gesehen haben.

Die acht häufigsten Ursachen

Ursache, Wirkung und Aufwand für die Behebung
UrsacheTypische WirkungAufwand
Zu große Bildersehr hoch, oft über 50 % der Ladezeitgering
Zu viele Erweiterungen / Pluginshochmittel
Schwaches Hosting-Pakethochgering (Wechsel)
Eingebundene Fremddienstemittel bis hochgering bis mittel
Fehlende Komprimierungmittelgering
Kein Browser-Zwischenspeichermittelgering
Schwergewichtige Design-Vorlagehochhoch (Neubau)
Videos direkt auf der Seitesehr hochgering

Ursache 1: Bilder, der mit Abstand größte Hebel

Wenn Sie nur eine Sache ändern, dann diese. Ein Foto direkt aus der Kamera hat oft 4 bis 8 Megabyte bei 6.000 Pixel Breite. Angezeigt wird es auf einem Handy mit 400 Pixel Breite. Der Browser lädt trotzdem die volle Datei.

  • Auf die tatsächliche Anzeigegröße verkleinern. Über 2.000 Pixel Breite braucht kaum ein Bild.
  • In modernem Format speichern. WebP ist bei gleicher Qualität etwa dreißig Prozent kleiner als JPEG.
  • Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs verzögert laden.
  • Breite und Höhe im Code angeben, sonst verspringt das Layout beim Laden und der CLS-Wert leidet.
  • Faustregel: Kein Bild über 300 Kilobyte. Ein gutes Foto in Bildschirmbreite liegt bei 80 bis 150 Kilobyte.

Allein diese Maßnahme halbiert bei vielen Websites die Ladezeit, ohne dass jemand den Unterschied auf dem Bildschirm sieht.

Ursache 2 bis 4: Erweiterungen, Hosting, Fremddienste

Zu viele Erweiterungen. Jedes Plugin bringt eigenen Code mit, der bei jedem Seitenaufruf geladen wird, auch auf Seiten, auf denen die Funktion gar nicht vorkommt. Zwanzig Plugins für fünf tatsächlich genutzte Funktionen sind keine Seltenheit. Prüfen Sie, was Sie wirklich brauchen, und entfernen Sie den Rest vollständig statt ihn nur zu deaktivieren.

Schwaches Hosting. Bei sehr günstigen Paketen teilen sich hunderte Websites einen Server. Reagiert der Server bereits vor der ersten Übertragung langsam, hilft keine Optimierung am Inhalt. Ein Wechsel kostet oft nur wenige Euro im Monat mehr. Was Hosting kosten darf, steht in Was ist eine Domain und was ist Hosting?

Eingebundene Fremddienste. Eine eingebettete Google-Karte, ein Chat-Fenster, Schriften von einem fremden Server, ein Video direkt eingebunden: Jeder dieser Dienste öffnet eine eigene Verbindung. Eine Karte kann eine Kontaktseite um mehrere hundert Kilobyte verlängern. Lösung: Karte erst nach einem Klick laden, Schriften selbst ausliefern, Videos erst auf Anforderung starten. Das ist zugleich datenschutzfreundlicher.

Ursache 5 bis 8: Technik, die im Hintergrund fehlt

  • Fehlende Komprimierung. Texte, Stylesheets und Skripte lassen sich auf dem Server komprimieren, oft auf ein Drittel. Das ist eine Server-Einstellung, kein Umbau.
  • Kein Browser-Zwischenspeicher. Ohne entsprechende Angaben lädt ein wiederkehrender Besucher alles erneut, obwohl sich nichts geändert hat.
  • Schwergewichtige Vorlagen. Gekaufte Designs sind für alle denkbaren Anwendungsfälle gebaut. Ihre Seite nutzt einen Bruchteil und lädt trotzdem alles. Das lässt sich selten nachträglich beheben.
  • Videos direkt auf der Seite. Ein selbst gehostetes Video im Kopfbereich ist der sicherste Weg zu einer langsamen Startseite. Video-Plattformen einbinden und erst auf Klick laden.

Was bringt welche Maßnahme?

Wenn Ihr Budget begrenzt ist, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor. Sie ist nach Wirkung pro Aufwand sortiert.

Reihenfolge nach Wirtschaftlichkeit
ReihenfolgeMaßnahmeTypische Verbesserung
1Bilder verkleinern und umwandeln30 – 60 % schneller
2Komprimierung und Zwischenspeicher aktivieren10 – 25 %
3Unnötige Erweiterungen entfernen10 – 30 %
4Fremddienste erst auf Klick laden5 – 20 %
5Hosting wechseln10 – 40 %
6Vorlage ersetzen oder neu bauensehr hoch, aber aufwendig

Wann sich eine Neuentwicklung lohnt

Es gibt einen Punkt, an dem Optimieren teurer wird als neu bauen. Der ist erreicht, wenn Bilder und Einstellungen bereits in Ordnung sind und die Seite trotzdem langsam bleibt. Dann liegt es an der Grundlage.

Typisch ist das bei einer gewachsenen Installation mit schwerer Vorlage und vielen Erweiterungen. Dort lassen sich mit viel Aufwand zehn oder zwanzig Prozent herausholen, während eine schlank gebaute Seite von vornherein um ein Vielfaches schneller wäre.

Ein Hinweis zur Einordnung: Unsere eigene Seite wird vollständig vorgerendert ausgeliefert: Der Browser bekommt fertiges HTML statt es erst zusammenbauen zu müssen. Das ist kein Kunststück, sondern eine Entscheidung beim Bauen, die man später nicht nachrüstet.

Häufige Fragen

Wie schnell sollte eine Website laden?
Der größte sichtbare Inhalt sollte auf dem Handy nach spätestens 2,5 Sekunden erscheinen. Ab 4 Sekunden bewertet Google die Seite als langsam, und die Abbruchrate steigt deutlich. Gemessen wird auf dem Handy im Mobilfunknetz, nicht am Rechner im WLAN.
Wie teste ich die Geschwindigkeit meiner Website?
Kostenlos mit Googles PageSpeed Insights: Adresse eingeben, Handy-Ansicht auswählen, auf LCP, INP und CLS achten. Ergänzend ist der Test mit dem eigenen Handy im Mobilfunknetz aussagekräftig, weil er die reale Erfahrung Ihrer Besucher abbildet.
Beeinflusst die Ladezeit mein Google-Ranking?
Ja, die Core Web Vitals sind ein Rankingfaktor, allerdings ein nachrangiger. Inhaltliche Passung wiegt schwerer. Der größere Effekt ist indirekt: Wer abspringt, bevor die Seite da ist, stellt keine Anfrage. Tempo zahlt also zuerst auf die Anfragen ein, nicht auf das Ranking.
Warum ist meine Website auf dem Handy langsamer als am Computer?
Mobilfunkverbindungen sind langsamer und instabiler, und Handy-Prozessoren brauchen länger, um Skripte zu verarbeiten. Dieselbe Seite kann am Rechner in einer Sekunde stehen und auf dem Handy fünf brauchen. Deshalb ist der Handy-Wert der maßgebliche.
Was kostet es, eine Website schneller zu machen?
Bilder, Komprimierung und Zwischenspeicher sind meist in wenigen Stunden erledigt. Eine grundlegende Verbesserung bei einer gewachsenen Installation mit schwerer Vorlage ist dagegen aufwendig. Dort liegt der Punkt, an dem eine Neuentwicklung günstiger wird als weiteres Optimieren.