Kurz gesagt

Eine Firmen-Website braucht mindestens fünf Seiten: Startseite, Leistungsseiten, Über uns, Kontakt und Impressum samt Datenschutzerklärung. Entscheidend ist, dass ein Besucher in wenigen Sekunden versteht, was Sie anbieten, für wen, was es ungefähr kostet und wie er Sie erreicht.

Die Seiten, die jede Firmen-Website braucht

Der Mindestumfang einer Unternehmenswebsite
SeiteAufgabePflicht?
StartseiteIn fünf Sekunden klären: wer, was, für wenja
LeistungsseitenJe eine pro Angebot, hier entstehen Rankingsja
Über unsMenschen zeigen, Vertrauen aufbauenempfohlen
ReferenzenBeweis statt Behauptungempfohlen
KontaktFormular, Telefon, Adresse, Erreichbarkeitja
ImpressumGesetzlich nach § 5 DDGja
DatenschutzerklärungGesetzlich nach DSGVOja
BlogNur wenn Sie ihn pflegennein
KarriereNur wenn Sie einstellennein

Das ist der Mindestumfang, keine Obergrenze. Jede weitere Seite lohnt sich, sobald sie ein eigenes Anliegen bedient, etwa eine zusätzliche Leistung, nach der Kunden gezielt suchen.

Die Startseite: fünf Sekunden Zeit

Ein Besucher entscheidet innerhalb weniger Sekunden, ob er richtig ist. In dieser Zeit muss oben auf der Seite stehen, was Sie anbieten und für wen, nicht Ihr Firmenmotto.

  • Eine Überschrift, die das Angebot benennt, nicht „Willkommen auf unserer Website“
  • Ein Satz darunter, der die Zielgruppe und den Nutzen klärt
  • Ein sichtbarer nächster Schritt: Anfragen, Anrufen, Termin vereinbaren
  • Drei bis sechs Leistungen im Überblick, jede mit Link auf ihre eigene Seite
  • Ein Vertrauenssignal weit oben: Bewertungen, Referenzen oder Zahlen
  • Der Ort, wenn Sie regional arbeiten: im Text, nicht nur in der Fußzeile

Was auf die Startseite nicht gehört: ein Begrüßungstext über Ihre Firmenphilosophie, ein Bildkarussell, das alle vier Sekunden wechselt, und eine Aufzählung aller Leistungen in voller Länge.

Leistungsseiten: hier entscheidet sich Ihre Sichtbarkeit

Das ist der Abschnitt, an dem die meisten Firmenwebsites sparen, und genau hier entstehen Google-Rankings und Anfragen.

Eine Sammelseite „Unsere Leistungen“ mit acht Absätzen ist für keine einzige Suchanfrage die beste Antwort. Wer „Fenstermontage Hannover“ sucht, soll eine Seite finden, die genau davon handelt.

  • Je eine eigene Seite pro Leistung, nach der jemand eigenständig suchen würde
  • Konkret beschreiben, was gemacht wird, ohne Marketingfloskeln
  • Für wen es passt und für wen nicht
  • Ein Preisrahmen oder zumindest eine Größenordnung
  • Ablauf: Was passiert nach der Anfrage?
  • Häufige Fragen zu genau dieser Leistung
  • Ein sichtbarer nächster Schritt am Ende

Vertrauenssignale, die tatsächlich wirken

Nicht jedes Element, das Vertrauen erzeugen soll, tut das auch. Diese hier wirken, in absteigender Reihenfolge.

  • Echte Bewertungen aus dem Google-Unternehmensprofil, im Wortlaut und ungekürzt
  • Referenzprojekte mit Namen und erreichbarer Adresse. Screenshots ohne Link sagen nichts
  • Fotos der handelnden Personen. Ein echtes Gesicht schlägt jedes Stockfoto.
  • Konkrete Zahlen: Jahre am Markt, Anzahl Projekte, Reaktionszeit
  • Vollständige Kontaktdaten samt Anschrift, denn eine reine E-Mail-Adresse wirkt flüchtig
  • Preise oder Preisspannen. Wer Preise zeigt, wirkt sicherer als wer sie verbirgt.
  • Ein vollständiges Impressum. Es wird häufiger gelesen, als Sie denken.

Was nicht wirkt: erfundene Gütesiegel, gekaufte Auszeichnungen, Stockfotos von lächelnden Menschen im Großraumbüro und Aussagen wie „marktführend“ ohne Beleg.

Die Kontaktseite: so kurz wie möglich

Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Fragen Sie nur ab, was Sie brauchen, um antworten zu können.

  • Drei Felder reichen meist: Name, E-Mail, Anliegen
  • Telefonnummer und E-Mail-Adresse zusätzlich sichtbar, nicht jeder mag Formulare
  • Auf dem Handy als anklickbare Telefonnummer hinterlegen
  • Erreichbarkeit angeben: „Mo–Fr 9–18 Uhr, Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden“
  • Anschrift und Anfahrt, wenn Kunden zu Ihnen kommen
  • Hinweis auf die Datenverarbeitung mit Link zur Datenschutzerklärung

Und testen Sie das Formular regelmäßig selbst. Ein Formular, dessen Mails im Spam-Ordner landen, ist der teuerste Fehler, den eine Website haben kann, weil niemand ihn bemerkt.

Pflichtangaben: was gesetzlich vorgeschrieben ist

Für geschäftsmäßige Websites gelten in Deutschland konkrete Vorgaben. Verstöße können abgemahnt werden.

  • Impressum nach § 5 DDG: Name, Anschrift, Kontaktdaten, je nach Rechtsform Register und Umsatzsteuer-ID. Von jeder Seite mit maximal zwei Klicks erreichbar.
  • Datenschutzerklärung nach DSGVO: welche Daten verarbeitet werden, auf welcher Grundlage, wie lange und welche Rechte Besucher haben.
  • Cookie-Einwilligung, sobald Sie nicht zwingend notwendige Cookies oder Analysedienste einsetzen, mit echter Wahlmöglichkeit.
  • Verschlüsselte Übertragung (https), sobald ein Formular existiert.
  • Barrierefreiheit: Für viele Unternehmen gelten seit 2025 erweiterte Anforderungen. Prüfen Sie, ob Sie darunterfallen.

Wir erstellen die Rechtstexte über einen anerkannten Generator und bauen sie ein. Die rechtliche Prüfung gehört in die Hand einer Fachperson. Rechtsberatung leisten wir nicht.

Technische Grundlagen, die oft übersehen werden

  • Mobile Bedienbarkeit. Die Mehrheit Ihrer Besucher kommt vom Handy. Prüfen Sie dort zuerst.
  • Kurze Ladezeit. Unter 2,5 Sekunden bis zum sichtbaren Inhalt. Siehe Warum ist meine Website so langsam?
  • Aussagekräftige Seitentitel je Seite, nicht fünfmal derselbe Firmenname.
  • Alternativtexte für Bilder, für Screenreader und für die Bildersuche.
  • Tastaturbedienbarkeit und ausreichende Kontraste.
  • Eine funktionierende 404-Seite mit Weg zurück.
  • Search Console eingerichtet und Sitemap eingereicht.

Klarheit vor Funktionsfülle

Eine gute Firmen-Website muss nicht jede denkbare Funktion enthalten. Entscheidend ist, dass die vorhandenen Inhalte klar strukturiert sind und Besucher zuverlässig zum gewünschten nächsten Schritt führen.

Die ehrlichste Prüfung: Zeigen Sie Ihre Startseite jemandem, der Ihre Branche nicht kennt, für zehn Sekunden. Kann diese Person danach sagen, was Sie anbieten und für wen, ist die Seite gut. Kann sie es nicht, hilft kein weiterer Abschnitt, sondern nur eine klarere Überschrift.

Häufige Fragen

Wie viele Seiten sollte eine Firmen-Website haben?
Als Einstieg fünf bis sieben: Startseite, zwei bis vier Leistungsseiten, Über uns, Kontakt sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Bieten Sie mehr Leistungen an, bekommt jede ihre eigene Seite. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass jede Seite ein eigenes Anliegen bedient und vollständig gepflegt ist.
Was muss auf die Startseite?
Ganz oben: was Sie anbieten, für wen, und ein sichtbarer nächster Schritt. Darunter ein Überblick über Ihre Leistungen mit Links auf die jeweiligen Seiten sowie ein Vertrauenssignal wie Bewertungen oder Referenzen. Ein Begrüßungstext über die Firmenphilosophie gehört nicht dorthin.
Sollte ich Preise auf meiner Website zeigen?
In den meisten Fällen ja, zumindest Spannen oder Einstiegspreise. Wer Preise zeigt, wirkt sicherer und bekommt vorqualifizierte Anfragen statt Anfragen von Interessenten, deren Budget nicht passt. Bei stark individuellen Leistungen genügt eine Größenordnung mit Erklärung, wovon der Preis abhängt.
Brauche ich eine Über-uns-Seite?
Sie ist nicht vorgeschrieben, aber in der Praxis eine der meistbesuchten Seiten, besonders bei beratungsintensiven Leistungen. Menschen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ein echtes Foto und ein paar konkrete Sätze wirken mehr als eine Seite Unternehmensgeschichte.
Was ist beim Impressum zu beachten?
Es muss von jeder Seite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein und Name, ladungsfähige Anschrift und Kontaktdaten enthalten, bei Gesellschaften zusätzlich Vertretungsberechtigte, Registereintrag und gegebenenfalls die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ein Postfach genügt nicht.