Kurz gesagt

WordPress lohnt sich, wenn Sie Inhalte häufig selbst ändern, viele Beiträge veröffentlichen oder Erweiterungen brauchen, die es fertig gibt. Eine individuell entwickelte Website ist besser, wenn die Inhalte weitgehend stabil bleiben und Tempo, Sicherheit und geringe laufende Kosten wichtiger sind. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Ergebnis, sondern in der Pflege danach.

Was WordPress eigentlich ist

WordPress ist ein Redaktionssystem: eine Software, die auf Ihrem Server läuft und mit der Sie Inhalte über eine Oberfläche im Browser bearbeiten. Ursprünglich für Blogs entwickelt, heute für nahezu alles im Einsatz.

Das System selbst ist kostenlos. Geld kosten das Hosting, meist ein gekauftes oder gebautes Design („Theme“), oft mehrere kostenpflichtige Erweiterungen („Plugins“) und vor allem die Zeit oder das Geld für die laufende Pflege.

Wichtig zur Unterscheidung: wordpress.org ist die Software zum Selbstbetreiben, wordpress.com ein gehosteter Dienst mit Abo. Die meisten Agenturangebote meinen die erste Variante.

Wofür WordPress wirklich stark ist

  • Häufige eigene Änderungen. Wer wöchentlich Beiträge, Stellenanzeigen oder Termine einpflegt, will dafür keinen Dienstleister anrufen.
  • Viele Inhalte mit gleicher Struktur. Hundert Produktseiten, ein Veranstaltungskalender, ein Magazin: Dafür ist ein Redaktionssystem gebaut.
  • Fertige Erweiterungen. Buchungssysteme, Mitgliederbereiche, Mehrsprachigkeit gibt es als Plugin, statt sie zu entwickeln.
  • Mehrere Redakteure mit unterschiedlichen Rechten.
  • Wechsel des Dienstleisters. Fast jeder Entwickler kann WordPress übernehmen. Das ist ein echter Vorteil, den man nicht kleinreden sollte.

Die Kehrseite, über die seltener gesprochen wird

WordPress hat einen Preis, der nicht auf der Rechnung steht, sondern über die Jahre anfällt.

  • Updates sind Pflicht, nicht Kür. Kern, Theme und jedes Plugin brauchen regelmäßig Aktualisierungen. Wer das ein Jahr liegen lässt, betreibt ein offenes Scheunentor.
  • Sicherheit. Gerade weil WordPress so verbreitet ist, wird es automatisiert angegriffen. Die Lücken sitzen fast immer in Erweiterungen, nicht im Kern.
  • Tempo. Ein typisches Setup lädt zwanzig bis dreißig Einzeldateien für Funktionen, von denen Sie drei nutzen. Genau das ist eine der häufigsten Ursachen für langsame Websites.
  • Abhängigkeit von Fremdcode. Wird ein Plugin eingestellt, ist eine Funktion Ihrer Website betroffen, ohne dass Sie etwas falsch gemacht hätten.
  • Ein Update kann etwas kaputt machen. Deshalb gehört zu jedem Update eine Sicherung und eine Kontrolle.

Was „individuell entwickelt“ bedeutet

Bei einer individuell entwickelten Website wird genau das gebaut, was die Seite braucht, und nichts darüber hinaus. Kein Redaktionssystem im Hintergrund, keine Plugins, keine Datenbank, die bei jedem Aufruf befragt wird.

Der Vorteil: Die Seite ist schnell, hat kaum Angriffsfläche und verursacht fast keine laufenden Kosten außer Domain und Hosting. Der Nachteil ist ebenso klar: Inhalte ändern Sie nicht selbst, sondern lassen sie ändern.

Für viele Betriebe ist das kein Nachteil, sondern eine Erleichterung. Wer seine Preise zweimal im Jahr anpasst, braucht kein System, das er alle vier Wochen aktualisieren muss.

Direkter Vergleich

WordPress und individuelle Entwicklung im Vergleich
KriteriumWordPressIndividuell entwickelt
Inhalte selbst ändernJa, über die OberflächeNein, über den Dienstleister
Laufende PflegeUpdates zwingend erforderlichKaum Wartungsbedarf
AngriffsflächeGroß, vor allem über PluginsSehr klein
LadezeitAbhängig von Theme und PluginsDurchgehend schnell
Laufende KostenHosting, Plugins, WartungHosting, optional Betreuung
ErweiterbarkeitSehr hoch über PluginsAlles möglich, aber Entwicklungsaufwand
DienstleisterwechselEinfach, viele AnbieterAufwändiger, setzt Entwickler voraus
Geeignet fürBlogs, Magazine, häufige ÄnderungenFirmenauftritte mit stabilen Inhalten

Wann WordPress die bessere Wahl ist

Damit hier kein einseitiges Bild entsteht: Es gibt Fälle, in denen wir Ihnen von unserem eigenen Weg abraten würden.

  • Sie veröffentlichen regelmäßig Beiträge, Stellenanzeigen oder Termine und wollen das selbst tun
  • Mehrere Personen in Ihrem Team pflegen Inhalte
  • Sie brauchen ein fertiges Buchungs-, Kurs- oder Mitgliedersystem
  • Ihre Website hat mehrere hundert Unterseiten mit gleicher Struktur
  • Sie wollen bewusst möglichst unabhängig von einem einzelnen Dienstleister sein

Trifft einer dieser Punkte deutlich zu, ist WordPress die vernünftige Wahl. Dann sollten Sie aber auch das Wartungsbudget von Anfang an einplanen.

Was ADONO macht und was nicht

Wir bauen keine WordPress-Websites. Das ist keine Ideologie, sondern eine Entscheidung über das, was wir verantworten können: Wir entwickeln individuell, auch Online-Shops, weil wir dann für jede Zeile geradestehen und die Seite dauerhaft schnell und sicher bleibt.

Wer Inhalte selbst pflegen will, ist bei uns deshalb nicht automatisch falsch, aber wir sagen offen, wie es bei uns läuft: Änderungen an Texten, Bildern, Preisen oder Öffnungszeiten übernehmen wir. Im Support Ihres Pakets ist das bis zu einer Stunde pro Monat enthalten, danach im Betreuungsvertrag ab 119 € im Monat oder einzeln nach Aufwand. Ein Redaktionssystem zum Selbstpflegen gehört nicht zum Angebot.

Wenn Sie nach dem Lesen zu dem Schluss kommen, dass Sie ein Redaktionssystem brauchen, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch und empfehlen jemanden, der das gut macht. Ein Projekt, bei dem die Grundentscheidung nicht passt, nützt niemandem.

Wechsel von WordPress zu einer eigenen Website

Ein Wechsel ist möglich und in der Praxis häufig, meist wenn eine gewachsene WordPress-Seite zu langsam geworden ist oder die Wartung überhandnimmt.

  • Bestehende Inhalte werden sortiert und übernommen, nicht blind kopiert
  • Jede alte Adresse bekommt eine Weiterleitung auf die passende neue Seite
  • Das Google-Unternehmensprofil und die Search Console werden auf den neuen Stand geführt
  • Die alte Installation bleibt erreichbar, bis die neue Seite steht
  • Nach dem Umzug wird die Sichtbarkeit mehrere Wochen beobachtet

Der kritische Punkt sind die Weiterleitungen. Ohne sie verlieren Sie mit dem Umzug alles, was Google über Jahre über Ihre Seite gelernt hat. Ausführlich beschrieben im Beitrag über den Website-Relaunch.

Häufige Fragen

Macht ADONO auch WordPress?
Nein. Wir entwickeln individuell und bauen keine WordPress-Websites. Wenn Ihr Vorhaben ein Redaktionssystem erfordert, etwa weil mehrere Personen täglich Inhalte pflegen, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch und empfehlen einen passenden Anbieter, statt Ihnen etwas zu verkaufen, das nicht passt.
Ist WordPress kostenlos?
Die Software ja. Kosten entstehen durch Hosting, meist ein kostenpflichtiges Theme, häufig mehrere Premium-Plugins mit Jahreslizenz und vor allem durch die laufende Wartung. In der Summe liegt eine gepflegte WordPress-Seite oft bei 300 bis 1.200 € im Jahr.
Ist WordPress unsicher?
WordPress selbst wird schnell und zuverlässig aktualisiert. Das Risiko steckt in Erweiterungen und in fehlenden Updates. Eine gepflegte WordPress-Seite ist sicher; eine, die zwei Jahre nicht aktualisiert wurde, ist es nicht. Der Unterschied liegt in der Pflege, nicht im System.
Ist WordPress schlecht für SEO?
Nein, WordPress kann sehr gut für Suchmaschinen aufgestellt werden. Der übliche Nachteil ist die Ladezeit, wenn ein schweres Theme auf viele Plugins trifft. Tempo ist ein Rankingfaktor, aber ein lösbares Problem, kein grundsätzlicher Mangel des Systems.
Kann ich meine Website ohne WordPress selbst bearbeiten?
Ohne Redaktionssystem nicht direkt im Browser. Bei uns übernehmen wir Änderungen: im Support Ihres Pakets (bis zu einer Stunde pro Monat) und anschließend im Betreuungsvertrag ab 119 € im Monat oder nach Aufwand. Für Betriebe, die Inhalte selten ändern, ist das in der Praxis bequemer und günstiger als ein System, das gewartet werden muss.
Was ist der Unterschied zwischen WordPress und einem Baukasten?
Ein Baukasten wie Wix oder Jimdo läuft vollständig beim Anbieter, WordPress läuft auf Ihrem eigenen Hosting. Beim Baukasten können Sie die Seite in der Regel nicht mitnehmen, bei WordPress schon. Dafür müssen Sie sich bei WordPress selbst um Updates und Sicherheit kümmern. Mehr dazu: Homepage-Baukasten oder Agentur.