Kurz gesagt

Webdesign ist die Gestaltung von Websites: Aufbau, Nutzerführung, Farben, Schrift und Bildsprache. Es entscheidet, ob ein Besucher innerhalb weniger Sekunden versteht, worum es geht und was er als Nächstes tun soll. Webdesign umfasst also nicht nur das Aussehen, sondern auch die Struktur dahinter.

Was zum Webdesign gehört

Webdesign ist zu einem großen Teil Ordnung und nur zu einem kleinen Teil Geschmack. Die Frage ist nicht „welche Farbe gefällt mir“, sondern „was soll der Besucher hier tun, und wie führe ich ihn dorthin“.

Die Bestandteile im Überblick
BestandteilWorum es geht
InformationsarchitekturWelche Seiten es gibt und wie sie zusammenhängen
NutzerführungWohin der Weg führt und wo der nächste Schritt steht
LayoutAnordnung, Abstände, Gruppierung, Lesereihenfolge
TypografieSchriftwahl, Größen, Zeilenlänge, Lesbarkeit
Farbe und KontrastWiedererkennung und Lesbarkeit für alle
BildspracheWelche Bilder, in welchem Stil, mit welchem Zweck
Responsive GestaltungWie sich alles auf Handy, Tablet und Rechner verhält
BarrierefreiheitTastaturbedienung, Kontraste, Alternativtexte

Webdesign, Webentwicklung, Grafikdesign: die Unterschiede

Die drei Begriffe werden im Alltag oft vermischt, meinen aber verschiedene Arbeiten.

  • Webdesign legt fest, wie eine Website aufgebaut ist und aussieht.
  • Webentwicklung setzt diesen Entwurf in funktionierenden Code um, siehe Webentwicklung aus Hannover.
  • Grafikdesign gestaltet für Druck und Marke: Logo, Geschäftsausstattung, Broschüren. Ein Logo ist Grafikdesign, seine Platzierung auf der Seite ist Webdesign.

In kleinen Projekten macht dieselbe Person Design und Entwicklung. Das hat einen praktischen Vorteil: Es entstehen keine Entwürfe, die sich nicht umsetzen lassen, und keine Umsetzungen, die dem Entwurf nicht mehr entsprechen.

Woran man gutes Webdesign erkennt

Nicht daran, ob es einem gefällt. Sondern daran, ob es seine Aufgabe erfüllt. Diese sechs Prüfungen kann jeder selbst machen.

  • Der Fünf-Sekunden-Test. Zeigen Sie die Startseite jemandem, der Ihre Branche nicht kennt, für fünf Sekunden. Kann er danach sagen, was angeboten wird und für wen?
  • Der nächste Schritt ist sichtbar. Ohne Scrollen muss erkennbar sein, was man tun soll.
  • Auf dem Handy bedienbar. Knöpfe groß genug, Text ohne Zoomen lesbar.
  • Lesbar. Ausreichender Kontrast, Zeilen nicht zu lang, Schrift nicht unter 16 Pixel.
  • Schnell. Der sichtbare Inhalt sollte nach spätestens 2,5 Sekunden stehen.
  • Ruhig. Wenige Schriften, wenige Farben, viel Abstand. Alles gleichzeitig hervorzuheben heißt, nichts hervorzuheben.

Die häufigsten Fehler

  • Ein Bildkarussell auf der Startseite. Es wechselt, bevor jemand fertig gelesen hat, und wird weitgehend ignoriert.
  • Hellgrauer Text auf Weiß. Sieht ruhig aus, ist ab vierzig kaum noch lesbar.
  • „Willkommen auf unserer Website“ als erste Überschrift. Verbraucht den wichtigsten Platz für null Information.
  • Alle Leistungen auf einer Seite. Weder für Besucher noch für Google eindeutig. Jede Leistung verdient eine eigene Seite.
  • Kontaktformular mit zwölf Pflichtfeldern. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen.
  • Design vor Inhalt. Entwürfe mit Blindtext sehen gut aus und fallen beim Befüllen zusammen.
  • Stockfotos von lächelnden Menschen im Großraumbüro. Erkennt jeder, glaubt niemand.

Was Webdesign kostet

Übliche Preise im deutschen Markt
UmfangKostenrahmen
Einseitige Landingpage400 – 1.500 €
Kleine Firmenwebsite (bis 5 Seiten)400 – 2.500 €
Mittlere Unternehmenswebsite2.500 – 8.000 €
Große Website mit Sonderfunktionenab 8.000 €

Der größte Preisunterschied entsteht nicht durch die Gestaltung selbst, sondern durch die Frage, wer die Texte schreibt. Ausführlich aufgeschlüsselt in Was kostet eine Website?

Webdesign und Google gehören zusammen

Gestaltung und Auffindbarkeit sind keine getrennten Themen. Struktur, Überschriften, Ladezeit und mobile Bedienbarkeit sind gleichzeitig Gestaltungs- und Rankingfragen.

Ein Beispiel: Wer alle Leistungen auf eine Seite packt, trifft eine Gestaltungsentscheidung und sorgt damit dafür, dass keine dieser Leistungen bei Google zu ihrem eigenen Suchbegriff vorn steht. Umgekehrt verbessert eine klare Seitenstruktur beides zugleich.

Deshalb sollte jemand, der Ihre Website gestaltet, wenigstens die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung kennen. Sonst entsteht eine schöne Seite, die niemand findet.

Häufige Fragen

Was macht man beim Webdesign?
Man legt fest, welche Seiten es gibt, wie Besucher durch sie geführt werden und wie das Ganze aussieht: Layout, Schrift, Farben und Bildsprache. Dazu gehört auch, wie sich die Seite auf Handy und Tablet verhält und ob sie mit Tastatur bedienbar ist.
Was ist der Unterschied zwischen Webdesign und Webentwicklung?
Webdesign entwirft, Webentwicklung baut. Der Entwurf legt Aufbau und Aussehen fest, die Entwicklung setzt ihn in Code um, mit Formularen, Ladezeit und Sicherheit. Für eine Firmenwebsite braucht es beides.
Brauche ich einen Webdesigner oder reicht ein Baukasten?
Ein Baukasten reicht, wenn die Seite vor allem existieren soll und Sie 20 bis 40 Stunden Zeit haben. Sobald die Website Anfragen bringen soll oder Ihre Arbeitszeit im Betrieb wertvoller ist, rechnet sich professionelle Umsetzung. Nachgerechnet in Homepage-Baukasten oder Agentur.
Wie lange dauert Webdesign?
Der reine Entwurf dauert bei einer kleinen Firmenwebsite wenige Tage. Bis zur fertigen Seite vergehen mit Abstimmungsrunden und Umsetzung typischerweise 7 bis 15 Werktage. Der längste Abschnitt sind fast immer die Inhalte nicht die Gestaltung.
Muss Webdesign barrierefrei sein?
Für viele Unternehmen gelten seit 2025 erweiterte gesetzliche Anforderungen. Prüfen Sie, ob Sie darunterfallen. Unabhängig davon nützt Barrierefreiheit allen: Ausreichende Kontraste, Tastaturbedienbarkeit und Alternativtexte verbessern die Nutzbarkeit für jeden Besucher.