Eine gute Webagentur erkennen Sie an drei Dingen: Sie stellt vor dem Angebot Fragen zu Ihrem Geschäft, sie schreibt auf, was nicht im Preis enthalten ist, und sie sichert Ihnen die Rechte an Domain, Design und Quellcode zu. Wer stattdessen ohne Rückfrage einen Preis nennt und Platz 1 bei Google verspricht, ist ungeeignet.
Das wichtigste Signal: Wer fragt, bevor er anbietet
Ein Anbieter, der Ihnen nach fünf Minuten einen Preis nennt, ohne gefragt zu haben, was Sie verkaufen und an wen, kann nicht wissen, was er anbietet. Er verkauft ein Standardpaket und hofft, dass es passt.
Seriöse Anbieter fragen zuerst: Was soll die Website erreichen? Wer sind Ihre Kunden? Woher kommen Anfragen bisher? Was hat an der alten Seite gestört? Erst danach kommt ein Preis.
Das gilt unabhängig von der Größe. Eine Einzelperson kann diese Fragen genauso stellen wie eine Agentur mit zwanzig Leuten, und eine große Agentur kann sie genauso übergehen.
Zehn Fragen, die Sie im Erstgespräch stellen sollten
- Wer schreibt die Texte? Die wichtigste Frage überhaupt. Fehlt die Antwort im Angebot, liegt die Arbeit bei Ihnen.
- Wie viele Korrekturrunden sind enthalten, und was zählt als Korrektur?
- Was ist ausdrücklich nicht im Preis enthalten?
- Gehören mir Domain, Design und Quellcode nach der Bezahlung?
- Was kostet eine zusätzliche Seite nach dem Start?
- Welche laufenden Kosten kommen auf mich zu?
- Wer ist mein Ansprechpartner, und wie schnell bekomme ich Antwort?
- Wird die Seite von Ihnen gebaut oder weitergegeben?
- Was passiert, wenn ich in zwei Jahren wechseln will?
- Wie messen wir, ob die Seite funktioniert?
Sie müssen nicht alle zehn stellen. Aber bei den ersten vier sollte jede Antwort ohne Zögern kommen.
Warnsignale und was dahintersteckt
| Aussage | Was das meist bedeutet |
|---|---|
| „Platz 1 bei Google garantiert“ | Google verkauft keine Plätze. Entweder Anzeigen oder ein leeres Versprechen. |
| „Inhalte werden vom Kunden gestellt“ | Sie schreiben zwanzig Seiten selbst. Der häufigste versteckte Posten. |
| „Nur heute zu diesem Preis“ | Verkaufsdruck. Ein gutes Angebot hält auch bis nächste Woche. |
| Kein schriftliches Angebot | Im Streitfall haben Sie nichts in der Hand. |
| „Unbegrenzte Korrekturen“ | Entweder einkalkuliert im Preis oder wird später bestritten. |
| Nur Monatsmiete, kein Kaufpreis | Rechnen Sie die Laufzeit hoch, oft ist es das Zwei- bis Dreifache. |
| Keine Referenzen mit echten Namen | Screenshots ohne erreichbare Adresse sagen nichts aus. |
| Domain läuft auf den Dienstleister | Sie sind erpressbar. Unbedingt ändern lassen. |
Agentur, Freelancer oder Baukasten?
Die Frage ist weniger „wer ist besser“, sondern „was passt zu meinem Vorhaben“.
| Baukasten | Freelancer / kleine Agentur | Größere Agentur | |
|---|---|---|---|
| Kosten | 10 – 40 € / Monat | 400 – 5.000 € einmalig | 5.000 – 50.000 € einmalig |
| Ihr Zeitaufwand | hoch (20–40 Stunden) | gering | gering |
| Ansprechpartner | keiner | direkt, meist eine Person | Projektleitung |
| Individualität | begrenzt | hoch | sehr hoch |
| Ausfallrisiko | gering | personenabhängig | gering |
| Geeignet für | Test, kleinstes Budget | kleine und mittlere Betriebe | komplexe Projekte, Konzerne |
Ausführlich verglichen im Beitrag Homepage-Baukasten oder Agentur.
Referenzen richtig prüfen
Screenshots auf einer Agenturseite sagen wenig. Prüfen Sie stattdessen die echten Seiten.
- Rufen Sie die Referenzseiten auf dem Handy auf, denn dort zeigt sich handwerkliche Qualität zuerst
- Testen Sie die Ladezeit: Wenn Sie das Gefühl haben zu warten, warten auch die Kunden
- Prüfen Sie, ob es die Unternehmen wirklich gibt und ob die Seiten noch online sind
- Sehen alle Referenzen gleich aus, wurde eine Vorlage mehrfach verkauft
- Fragen Sie, ob Sie mit einem Kunden sprechen können, und achten Sie darauf, wie der Anbieter reagiert
- Schauen Sie in die Google-Bewertungen des Anbieters und lesen Sie die Antworten auf kritische Bewertungen
Was in jedem Angebot stehen muss
- Eine Liste der Seiten, nicht nur eine Anzahl
- Wer die Texte schreibt und wer die Bilder liefert
- Anzahl und Definition der Korrekturrunden
- Ein Zeitplan mit Terminen, nicht „zeitnah“
- Ausdrücklich: was nicht enthalten ist
- Nutzungsrechte an Design, Code und Inhalten
- Zahlungsmodalitäten und Abnahmeverfahren
- Was nach dem Launch gilt: Support, Wartung, Preise
Zur Einordnung der Zahlen: Was kostet eine Website?
Der Punkt, an den kaum jemand denkt: der Ausstieg
Fragen Sie vor der Zusage, wie ein Wechsel funktionieren würde. Nicht, weil Sie ihn planen, sondern weil die Antwort viel über den Anbieter verrät.
Gute Antwort: „Sie bekommen alle Zugänge, die Domain läuft ohnehin auf Sie, und die Dateien können Sie jederzeit herunterladen.“ Schlechte Antwort: ausweichend, oder ein Verweis auf eine Mindestlaufzeit.
Achten Sie besonders auf Mietmodelle mit 36 oder 48 Monaten Laufzeit. Rechnen Sie die Gesamtsumme aus und vergleichen Sie sie mit einem Kaufpreis. Häufig zahlen Sie das doppelte und besitzen am Ende nichts.
Regional oder egal, wo der Anbieter sitzt?
Technisch ist der Standort bedeutungslos, die meisten Projekte laufen ohnehin remote. Praktisch gibt es zwei Argumente für die Nähe: Ein Treffen vor Ort klärt in einer Stunde, wofür man sonst zehn E-Mails braucht, und ein regionaler Anbieter kennt Ihren Markt.
Wichtiger als die Entfernung ist die Erreichbarkeit. Ein Anbieter aus der Nachbarstadt, der drei Tage für eine Antwort braucht, nützt weniger als einer aus Hamburg, der am selben Tag zurückruft.
Wir sitzen in Hannover und arbeiten im gesamten deutschsprachigen Raum. Treffen in und um Hannover sind jederzeit möglich, die meisten Projekte laufen aber ohne ein einziges Vor-Ort-Treffen, weil es nicht nötig ist.
Häufige Fragen
- Was kostet eine Webagentur?
- Für eine kleine Firmenwebsite liegen übliche Angebote zwischen 400 und 2.500 €, für mittlere Auftritte zwischen 2.500 und 8.000 €. Große Agenturen beginnen häufig erst bei etwa 5.000 €, weil dort mehr Beteiligte am Projekt arbeiten. Entscheidend ist nicht der Betrag, sondern was darin enthalten ist, insbesondere die Texte.
- Agentur oder Freelancer: Was ist besser?
- Für kleine und mittlere Betriebe ist ein Freelancer oder eine sehr kleine Agentur meist die wirtschaftlichere Wahl: direkter Ansprechpartner, kein Verwaltungsapparat, schnellere Entscheidungen. Für große Projekte mit vielen Beteiligten und langen Laufzeiten spricht mehr für eine Agentur, die den Ausfall einer Person abfangen kann.
- Woran erkenne ich eine unseriöse Webagentur?
- An garantierten Google-Platzierungen, Verkaufsdruck mit befristeten Preisen, fehlenden schriftlichen Angeboten, Domains, die auf den Dienstleister registriert werden, und langen Mietlaufzeiten ohne Kaufoption. Ein einzelnes dieser Merkmale ist ein Grund nachzufragen, mehrere sind ein Grund zu gehen.
- Muss die Webagentur aus meiner Stadt kommen?
- Nein. Der Standort ist technisch bedeutungslos, und die meisten Projekte laufen remote. Regionale Nähe hilft bei erklärungsbedürftigen Vorhaben und schafft Vertrauen, ist aber kein Qualitätsmerkmal. Wichtiger ist, wie schnell Sie eine Antwort bekommen.
- Was mache ich, wenn mir das Ergebnis nicht gefällt?
- Das regeln die Korrekturrunden. Deshalb ist ihre Definition im Angebot so wichtig. Bei uns sind drei Runden fest eingeplant: Grundrichtung, Inhalte und Details, und eine dritte am fertigen Stand im Browser. Verfehlt der erste Entwurf das Briefing grundsätzlich, setzen wir in Runde 1 neu an.
