WordPress ist ein kostenloses Redaktionssystem, mit dem sich Inhalte einer Website über eine Oberfläche im Browser bearbeiten lassen. Die Software selbst ist gratis; Kosten entstehen durch Hosting, Design-Vorlagen, kostenpflichtige Erweiterungen und vor allem durch die laufende Pflege. Eine gepflegte WordPress-Seite kostet meist 300 bis 1.200 € im Jahr.
Was WordPress eigentlich ist
WordPress ist ein Content-Management-System, auf Deutsch Redaktionssystem. Die Software läuft auf Ihrem Server, speichert Inhalte in einer Datenbank und stellt eine Oberfläche bereit, über die Sie Texte und Bilder im Browser bearbeiten, ohne Code anzufassen.
Ursprünglich 2003 als Blog-Software entstanden, wird es heute für nahezu alles eingesetzt: Firmenwebsites, Magazine, Shops, Mitgliederbereiche.
Der Grundgedanke: Inhalt und Gestaltung sind getrennt. Das Design steckt in einem „Theme“, Zusatzfunktionen in „Plugins“, der Text in der Datenbank. Sie können das Design wechseln, ohne die Inhalte neu zu schreiben.
wordpress.org oder wordpress.com?
Diese Unterscheidung sorgt regelmäßig für Verwirrung, und sie ist wichtig.
| wordpress.org | wordpress.com | |
|---|---|---|
| Was es ist | Software zum Selbstbetreiben | Gehosteter Dienst mit Abo |
| Hosting | Sie wählen selbst | im Abo enthalten |
| Kosten | Software gratis, Hosting extra | ab ca. 4 € bis über 45 € / Monat |
| Plugins installierbar | ja, alle | erst in höheren Tarifen |
| Updates | Ihre Aufgabe | übernimmt der Anbieter |
| Umzug möglich | ja | eingeschränkt |
Wenn eine Agentur von „WordPress“ spricht, ist fast immer die selbst betriebene Variante von wordpress.org gemeint. Nur dort haben Sie volle Kontrolle und tragen dafür die Verantwortung für Updates und Sicherheit.
Themes und Plugins: die zwei Begriffe, die alles bestimmen
Themes sind Design-Vorlagen. Es gibt kostenlose und kostenpflichtige (meist 40 bis 80 € einmalig oder jährlich). Ein Theme bestimmt Aussehen und Aufbau und leider oft auch die Ladezeit, weil viele Vorlagen Code für sämtliche denkbaren Anwendungsfälle mitbringen.
Plugins sind Erweiterungen: Kontaktformular, Shop, Buchungssystem, Mehrsprachigkeit, Sicherheit. Es gibt zehntausende. Genau hier liegt die Stärke von WordPress, und zugleich das größte Risiko: Jedes Plugin ist fremder Code auf Ihrem Server, der aktualisiert werden muss.
Eine typische WordPress-Installation nutzt fünfzehn bis dreißig Plugins. Jedes davon ist ein potenzielles Einfallstor und eine potenzielle Fehlerquelle beim nächsten Update.
Was WordPress wirklich kostet
| Posten | Pro Jahr |
|---|---|
| WordPress selbst | 0 € |
| Hosting (WordPress-tauglich) | 80 – 300 € |
| Domain | 10 – 20 € |
| Theme (Premium) | 0 – 80 € |
| Premium-Plugins | 0 – 300 € |
| Wartung und Updates | 0 – 1.200 € |
| Summe | 90 – 1.900 € |
Die Spanne ist groß, weil der Wartungsposten davon abhängt, ob Sie sie selbst übernehmen oder beauftragen. Dazu kommt die einmalige Erstellung, für eine WordPress-Firmenwebsite im Markt üblicherweise 1.500 bis 8.000 €.
Die Pflicht, die mit WordPress dauerhaft verbunden ist
Das ist der Punkt, der vor der Entscheidung stehen sollte: Updates sind bei WordPress keine Kür.
- Der Kern bekommt mehrmals jährlich Aktualisierungen, darunter Sicherheitsupdates
- Jedes Plugin und jedes Theme wird eigenständig aktualisiert
- Vor jedem Update gehört eine Sicherung, danach eine Kontrolle
- Ein Update kann eine Funktion beschädigen, und das passiert real, nicht nur theoretisch
- Wird ein Plugin eingestellt, ist eine Funktion Ihrer Website betroffen, ohne dass Sie etwas falsch gemacht haben
- Eine ein Jahr nicht aktualisierte WordPress-Seite ist ein bekanntes Angriffsziel
Wer das einplant, betreibt WordPress sicher. Wer es nicht einplant, hat in zwei Jahren ein Problem. Rechnen Sie deshalb von Anfang an mit einem Wartungsbudget, entweder in Geld oder in eigener Zeit.
Wann WordPress die richtige Wahl ist
- Sie veröffentlichen regelmäßig Beiträge, Termine oder Stellenanzeigen und wollen das selbst tun
- Mehrere Personen pflegen Inhalte mit unterschiedlichen Rechten
- Sie brauchen ein fertiges Buchungs-, Kurs- oder Mitgliedersystem
- Ihre Website hat viele hundert Unterseiten mit gleicher Struktur
- Sie wollen bewusst unabhängig von einem einzelnen Dienstleister bleiben, denn fast jeder Entwickler kann WordPress übernehmen
Trifft nichts davon deutlich zu, zahlen Sie mit Wartungsaufwand und Ladezeit für Flexibilität, die Sie nicht nutzen. Den vollständigen Abgleich mit dem Alternativweg finden Sie in WordPress oder eigene Website.
Was ADONO dazu macht
Wir bauen keine WordPress-Websites, sondern entwickeln individuell. Das ist keine Ideologie, sondern eine Entscheidung über das, was wir verantworten können: keine Fremdkomponenten, kein Update-Zwang, dauerhaft kurze Ladezeiten.
Wenn Ihr Vorhaben ein Redaktionssystem erfordert, sagen wir das im Erstgespräch und empfehlen jemanden, der das gut macht. Ein Projekt, bei dem die Grundentscheidung nicht passt, nützt niemandem, auch uns nicht.
Was wir übernehmen können: den Wechsel von WordPress auf eine individuell entwickelte Seite, inklusive Weiterleitungen für jede bestehende Adresse. Das ist in der Praxis häufig, wenn eine gewachsene Installation zu langsam geworden ist oder die Wartung überhandnimmt.
Häufige Fragen
- Ist WordPress kostenlos?
- Die Software ja. Kosten entstehen durch Hosting, meist ein kostenpflichtiges Theme, häufig mehrere Premium-Plugins mit Jahreslizenz und vor allem durch die laufende Wartung. In der Summe liegt eine gepflegte WordPress-Seite oft bei 300 bis 1.200 € im Jahr.
- Was ist der Unterschied zwischen wordpress.org und wordpress.com?
- wordpress.org ist die kostenlose Software zum Selbstbetreiben auf eigenem Hosting: volle Kontrolle, aber Updates sind Ihre Aufgabe. wordpress.com ist ein gehosteter Abo-Dienst, bei dem der Anbieter die Wartung übernimmt, dafür Plugins erst in höheren Tarifen erlaubt sind.
- Ist WordPress schwer zu lernen?
- Texte und Bilder zu bearbeiten lernt man in ein bis zwei Stunden. Aufwendiger wird es bei Layout-Änderungen, Plugin-Konfiguration und Fehlersuche nach einem Update. Für reine Inhaltspflege reicht eine kurze Einweisung völlig aus.
- Ist WordPress sicher?
- WordPress selbst wird schnell und zuverlässig aktualisiert. Das Risiko steckt in Erweiterungen und in fehlenden Updates. Eine gepflegte WordPress-Seite ist sicher, eine zwei Jahre nicht aktualisierte ist es nicht. Der Unterschied liegt in der Pflege, nicht im System.
- Braucht WordPress ein Impressum und eine Datenschutzerklärung?
- Ja, genau wie jede andere geschäftlich genutzte Website, das hängt nicht vom System ab. WordPress bringt dafür keine fertigen Texte mit; Sie brauchen ein vollständiges Impressum nach § 5 DDG und eine Datenschutzerklärung nach DSGVO, die auch die eingesetzten Plugins berücksichtigt.
- Kann ich von WordPress auf eine andere Lösung wechseln?
- Ja. Inhalte lassen sich übernehmen, das Design wird neu gebaut. Der kritische Punkt sind die Weiterleitungen: Jede alte Adresse braucht eine dauerhafte Weiterleitung auf die passende neue Seite, sonst verlieren Sie Ihre Google-Sichtbarkeit.
