Beim Domainumzug sind zwei Fälle zu unterscheiden. Wechseln Sie nur den Anbieter und behalten die Adresse, fordern Sie einen Freigabecode an und geben ihn beim neuen Anbieter ein, die Website bleibt erreichbar. Wechseln Sie dagegen die Adresse selbst, braucht jede alte Seite eine dauerhafte Weiterleitung (301), sonst verlieren Sie Ihre Google-Sichtbarkeit.
Erst klären: welcher Umzug?
| Fall | Was passiert | Risiko |
|---|---|---|
| Anbieterwechsel (Adresse bleibt) | ihr-betrieb.de zieht zu einem anderen Anbieter | gering |
| Adresswechsel | alte-adresse.de wird zu neue-adresse.de | hoch ohne Weiterleitungen |
| Serverwechsel (Adresse bleibt) | Website zieht auf anderes Hosting | gering |
| Alles gleichzeitig | neue Adresse, neuer Anbieter, neue Seite | hoch, schrittweise vorgehen |
Der erste und dritte Fall sind Routine. Nur beim Adresswechsel steht Ihre Sichtbarkeit auf dem Spiel, und genau dort wird am häufigsten geschlampt.
Fall 1: Anbieter wechseln, Adresse behalten
- 1. Prüfen, dass die Domain auf Ihren Namen registriert ist. Läuft sie auf den Dienstleister, ist das vorher zu klären.
- 2. Beim alten Anbieter den Freigabecode anfordern (bei .de-Domains: AuthInfo-Code).
- 3. Beim neuen Anbieter den Umzug beauftragen und den Code eingeben.
- 4. Vorher die Website und die E-Mail-Postfächer beim neuen Anbieter einrichten und testen.
- 5. Umzug abwarten, in der Regel wenige Tage.
- 6. Danach prüfen: Website erreichbar, E-Mail funktioniert, Verschlüsselung aktiv.
Wichtig: Kündigen Sie den alten Vertrag nicht vor dem Umzug. Wird die Domain vorher gelöscht, ist sie für jeden frei verfügbar. Der Umzug selbst beendet den alten Vertrag.
Fall 2: Die Adresse selbst ändert sich
Hier entscheidet sich, ob Sie Ihre über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit behalten. Google kennt Ihre alten Adressen, hat sie bewertet und zeigt sie an. Ohne Weiterleitung laufen Besucher und Suchmaschinen ins Leere.
- Liste aller alten Adressen erstellen, aus der Sitemap und aus der Search Console
- Für jede eine 301-Weiterleitung auf die inhaltlich passende neue Seite festlegen
- Nicht pauschal alles auf die Startseite leiten. Google wertet das als Fehler, und die Weiterleitung verliert ihre Wirkung.
- Beide Domains behalten, mindestens ein Jahr, besser länger. Weiterleitungen brauchen die alte Adresse.
- Neue Adresse in der Search Console anlegen und die Adressänderung dort melden
- Neue Sitemap einreichen
- Überall aktualisieren: E-Mail-Signatur, Visitenkarten, Fahrzeuge, Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse
Rechnen Sie mit einem vorübergehenden Rückgang der Sichtbarkeit über einige Wochen. Das ist normal. Dauerhaft wird der Verlust nur ohne Weiterleitungen. Mehr dazu in Website-Relaunch: Wann lohnt er sich?
Der am häufigsten vergessene Punkt: E-Mail
Das ist der Fehler, der in der Praxis den meisten Ärger macht. Die Website läuft, und drei Tage später fällt auf, dass seit dem Umzug keine Mails mehr ankommen.
- Alle Postfächer auflisten, auch die selten genutzten und die Weiterleitungen
- Bestehende Mails sichern, bevor irgendetwas umgestellt wird
- Postfächer beim neuen Anbieter anlegen, bevor die Domain umzieht
- Nach dem Umzug testen: von außen an jede Adresse schreiben und den Empfang prüfen
- SPF-Eintrag nicht vergessen, sonst landen Ihre eigenen Mails im Spam
Wie lange es dauert
| Schritt | Dauer |
|---|---|
| Freigabecode anfordern | sofort bis 1 Werktag |
| Domainumzug (.de) | 1 – 5 Werktage |
| Umstellung im Netz sichtbar | bis 48 Stunden |
| Google erfasst die Änderung | 2 – 8 Wochen |
| Sichtbarkeit wieder stabil | 1 – 3 Monate |
Planen Sie den Umzug nicht in eine wichtige Woche. Ein Dienstagmorgen ist besser als ein Freitagnachmittag. Falls etwas klemmt, ist jemand erreichbar.
Wovon abzuraten ist
- Alte Domain kündigen, bevor der Umzug abgeschlossen ist
- Weiterleitungen per Meta-Refresh oder JavaScript: Google wertet nur echte 301-Weiterleitungen zuverlässig
- Alles auf einmal ändern: neue Adresse, neue Website, neuer Anbieter. Geht etwas schief, finden Sie die Ursache nicht.
- Weiterleitungen nach ein paar Monaten abschalten. Lassen Sie sie mindestens ein Jahr stehen.
- Ohne Sicherung starten. Dateien, Datenbank und Mails vorher sichern.
Häufige Fragen
- Was ist ein AuthInfo-Code?
- Ein Freigabeschlüssel, der den Umzug einer Domain zu einem anderen Anbieter erlaubt. Sie fordern ihn beim bisherigen Anbieter an und geben ihn beim neuen ein. Bei .de-Domains ist er in der Regel dreißig Tage gültig.
- Ist meine Website während des Umzugs offline?
- Beim reinen Anbieterwechsel nicht, wenn die Website vorher beim neuen Anbieter eingerichtet und getestet wurde. Es kann bis zu 48 Stunden dauern, bis alle Besucher auf dem neuen Server landen. In dieser Zeit sollten beide Server dieselbe Seite ausliefern.
- Verliere ich mein Google-Ranking beim Domainumzug?
- Beim reinen Anbieterwechsel nicht, da die Adresse gleich bleibt. Bei einem Adresswechsel nur dann nicht, wenn jede alte Adresse per 301 auf die passende neue weitergeleitet wird. Ein vorübergehender Rückgang über einige Wochen ist normal.
- Was passiert mit meinen E-Mails?
- Die ziehen nicht automatisch mit. Legen Sie alle Postfächer beim neuen Anbieter an, bevor die Domain umzieht, und sichern Sie bestehende Mails vorher. Das ist der Punkt, an dem bei Umzügen am häufigsten etwas verloren geht.
- Wie lange muss ich die alte Domain behalten?
- Mindestens ein Jahr, besser zwei bis drei. Die Weiterleitungen funktionieren nur, solange die alte Domain existiert, und alte Links auf Visitenkarten, in Verzeichnissen und in Suchergebnissen tauchen noch lange auf.
- Was kostet ein Domainumzug?
- Der Umzug selbst ist bei den meisten Anbietern kostenlos; Sie zahlen nur die normale Jahresgebühr beim neuen Anbieter. Aufwand entsteht durch Einrichtung, Weiterleitungen und Tests. Bei einem Adresswechsel mit vielen Seiten ist das der eigentliche Posten.
