Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf Ihre. Google wertet ihn als Empfehlung: Wer oft und von glaubwürdigen Seiten verlinkt wird, gilt als relevanter. Entscheidend ist dabei nicht die Anzahl, sondern woher der Link kommt: Ein Link aus dem Handwerkskammer-Verzeichnis wiegt mehr als hundert aus Linkverzeichnissen.
Warum Google Links überhaupt bewertet
Googles Grundidee war von Anfang an: Wenn viele Websites auf eine bestimmte Seite verweisen, wird sie wohl nützlich sein. Ein Link ist eine Stimme.
Das gilt bis heute, aber differenzierter. Nicht jede Stimme zählt gleich viel. Google bewertet, wer verlinkt, von wo aus und in welchem Zusammenhang.
Ein Link von der Website Ihrer Innung auf Ihren Betrieb ist eine echte Empfehlung. Ein Link aus einem Verzeichnis, in das sich jeder für 5 € einträgt, ist keine, und Google weiß das.
Was einen guten Link ausmacht
| Merkmal | Wertvoll | Wertlos bis schädlich |
|---|---|---|
| Herkunft | Kammer, Verband, Presse, Partner | Linkverzeichnis, Kommentarspam |
| Thema | passt zu Ihrer Branche | beliebig |
| Region | gleiche Region wie Sie | ausländische Seiten ohne Bezug |
| Platzierung | im Fließtext | in einer Fußzeile mit 200 Links |
| Entstehung | freiwillig gesetzt | gekauft oder getauscht |
| Linktext | Ihr Name oder ein natürlicher Begriff | immer dasselbe Keyword |
Woher ein lokaler Betrieb Links bekommt
Das ist der praktische Teil. Für einen Betrieb in Hannover sind diese Quellen realistisch und kosten wenig bis nichts.
- Kammer und Innung. Handwerkskammer, IHK, Fachverbände führen Mitgliederverzeichnisse.
- Branchenverzeichnisse mit Substanz: Das Örtliche, Gelbe Seiten, 11880. Dort einheitliche Angaben pflegen.
- Lieferanten und Hersteller. Viele führen eine Fachbetriebssuche. Fragen Sie danach.
- Partner und Auftraggeber. Wer mit Ihnen arbeitet, verlinkt Sie oft gern, man muss nur fragen.
- Lokale Presse und Vereine. Sponsoring, ein Beitrag in der Stadtteilzeitung, eine Vereinsseite.
- Bewertungsportale wie ProvenExpert.
- Eigene Fachbeiträge, auf die andere verweisen, weil sie hilfreich sind.
Zehn solcher Links sind mehr wert als tausend gekaufte, und sie kosten Sie nur ein paar E-Mails.
Warum gekaufte Links gefährlich sind
Links zu kaufen verstößt gegen Googles Richtlinien. Das ist keine Formalie: Google kann eine Domain abwerten, und der Weg zurück dauert Monate bis Jahre.
Typische Angebote klingen nach „500 hochwertige Backlinks für 99 €“. Was Sie dafür bekommen, sind automatisch erzeugte Einträge auf Seiten, die niemand liest, erkennbar am Muster, das Google seit Jahren erkennt.
Die unangenehme Wahrheit: Wer solche Links bestellt, merkt den Schaden oft erst, wenn die Sichtbarkeit einbricht. Und dann muss er sie mühsam wieder loswerden.
Wie wichtig sind Backlinks wirklich?
Für einen lokalen Handwerksbetrieb: deutlich weniger, als die SEO-Branche vermuten lässt. Bei Suchanfragen mit Ortsbezug entscheiden Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und Nähe mehr als Links.
Für überregionalen Wettbewerb, etwa ein Online-Shop gegen andere Shops, zählen Links deutlich stärker, weil sich die Anbieter sonst kaum unterscheiden.
Die vernünftige Reihenfolge ist deshalb: erst Technik, dann eigene Seiten je Leistung, dann das Google-Profil, und erst danach Erwähnungen aufbauen. Wer bei Schritt vier anfängt, verschenkt Geld. Details in Wie komme ich bei Google auf Seite 1?
Wie Sie Ihre Links prüfen
- Google Search Console → „Links“: zeigt kostenlos, wer auf Sie verweist
- Auffällig sind: viele Links von Seiten in Sprachen, die Sie nicht bedienen
- Auffällig sind auch: hunderte Links mit exakt demselben Linktext
- Ein plötzlicher Anstieg ohne Anlass ist ein Warnzeichen
- Einzelne zweifelhafte Links sind normal und kein Grund zur Sorge, Google ignoriert sie in der Regel schlicht
Handlungsbedarf besteht erst bei einem erkennbaren Muster. Wer nie Links gekauft hat, muss hier praktisch nie eingreifen.
Häufige Fragen
- Wie viele Backlinks brauche ich?
- Es gibt keine Zahl. Für einen lokalen Betrieb sind zehn bis zwanzig glaubwürdige Erwähnungen (Kammer, Verband, Branchenverzeichnisse, Partner) eine solide Grundlage. Für überregionalen Wettbewerb braucht es deutlich mehr, und dort zählt die Herkunft noch stärker.
- Soll ich Backlinks kaufen?
- Nein. Linkkauf verstößt gegen Googles Richtlinien und kann zu einer Abwertung Ihrer Domain führen, die sich nur über Monate wieder beheben lässt. Die Angebote mit hunderten Links für zweistellige Beträge liefern ohnehin nur automatisch erzeugte Einträge ohne Wirkung.
- Was ist der Unterschied zwischen dofollow und nofollow?
- Ein Link mit der Kennzeichnung „nofollow“ sagt Google, dass er nicht als Empfehlung gewertet werden soll, üblich bei Kommentaren, Foren und bezahlten Inhalten. Für Besucher funktioniert er genauso. Ein natürliches Linkprofil enthält beide arten.
- Wie finde ich heraus, wer auf meine Website verlinkt?
- Kostenlos in der Google Search Console unter „Links“. Dort sehen Sie die verweisenden Domains, die am häufigsten verlinkten Seiten und die verwendeten Linktexte. Für die meisten Betriebe reicht das völlig aus.
- Schaden schlechte Backlinks meiner Website?
- Einzelne zweifelhafte Links sind normal; Google ignoriert sie in der Regel. Problematisch wird es bei einem erkennbaren Muster, etwa hunderten Links mit identischem Linktext oder einem plötzlichen Anstieg ohne Anlass. Wer nie Links gekauft hat, muss hier praktisch nie eingreifen.
