Kurz gesagt

Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und für lokale Betriebe der wirksamste Sichtbarkeitshebel überhaupt. Sie legen es auf google.com/business an, bestätigen Ihre Adresse per Postkarte, Telefon oder Video und füllen Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos aus. Die Einrichtung dauert etwa eine Stunde, die Bestätigung ein bis zwei Wochen.

Warum das Profil wichtiger ist als die Startseite

Suchen Sie einmal selbst nach „Elektriker Hannover“. Über den ersten organischen Ergebnissen stehen drei Einträge mit Karte, Bewertungen und Anrufknopf. Ein großer Teil aller Klicks endet dort, viele Suchende rufen direkt aus dem Profil an, ohne die Website überhaupt zu öffnen.

Für diese Plätze zählt nicht Ihre Website, sondern Vollständigkeit des Profils, Bewertungen, Entfernung zum Suchenden und Aktivität. Das ist die gute Nachricht: Drei dieser vier Faktoren können Sie selbst beeinflussen, kostenlos und in Wochen statt Monaten.

Schritt für Schritt einrichten

  • 1. Auf google.com/business mit einem Google-Konto anmelden. Nutzen Sie ein Firmenkonto, kein privates, sonst hängt das Profil an einer Privatperson.
  • 2. Prüfen, ob bereits ein Eintrag existiert. Google legt Profile teils automatisch an; dann beanspruchen Sie ihn, statt einen zweiten zu erstellen.
  • 3. Unternehmensnamen exakt so eintragen, wie er im Impressum steht, ohne Zusätze wie „bester Elektriker Hannover“. Das verstößt gegen die Richtlinien und kann zur Sperrung führen.
  • 4. Hauptkategorie wählen. Das ist das wichtigste Feld überhaupt, siehe unten.
  • 5. Adresse eintragen oder, wenn Sie zu Kunden fahren, ein Einzugsgebiet festlegen.
  • 6. Bestätigung durchführen: per Postkarte, Telefon, E-Mail oder Video, je nachdem was Google anbietet.
  • 7. Nach der Bestätigung das Profil vollständig ausfüllen.

Die Postkartenbestätigung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Bis dahin ist das Profil angelegt, erscheint aber nicht in den Ergebnissen.

Die Felder, auf die es ankommt

Was welches Feld bewirkt
FeldWirkungAufwand
Hauptkategoriesehr hoch, bestimmt, bei welchen Suchen Sie erscheinengering
Weitere Kategorienhochgering
Leistungenhoch, einzeln eintragen und nicht als Fließtextmittel
Bewertungensehr hochlaufend
Fotoshoch, auch für die Klickratemittel
Öffnungszeitenmittel, Feiertage pflegen!gering
Beschreibunggering für das Ranking, hoch fürs Vertrauengering
Beiträge / Neuigkeitengering bis mittellaufend

Die Hauptkategorie ist die folgenreichste Einstellung. „Webdesigner“ und „Werbeagentur“ führen zu völlig verschiedenen Suchergebnissen. Schauen Sie nach, welche Kategorie gut platzierte Wettbewerber verwenden.

Bewertungen: der Faktor, den Sie beeinflussen können

Anzahl, Durchschnitt und Aktualität der Bewertungen gehören zu den stärksten Signalen für die Kartenergebnisse, und sie entscheiden zusätzlich darüber, ob jemand anruft.

  • Aktiv darum bitten. Nach abgeschlossener Arbeit, persönlich oder per kurzer Nachricht mit direktem Link.
  • Den Link einfach machen. Google stellt im Profil einen kurzen Bewertungslink bereit.
  • Jede Bewertung beantworten, auch die guten. Eine Antwort zeigt, dass jemand zuhört.
  • Kritik sachlich beantworten. Wer sich rechtfertigt, verliert; wer den Punkt anerkennt und eine Lösung anbietet, gewinnt Leser.
  • Nicht kaufen, nicht selbst schreiben. Google erkennt Muster, und der Schaden ist größer als der Nutzen.
  • Keine Anreize bieten. Rabatte gegen Bewertungen verstoßen gegen die Richtlinien.

Ein realistisches Ziel: eine Bewertung pro abgeschlossenem Auftrag zu erbitten. Etwa jeder fünfte bis zehnte Kunde schreibt tatsächlich eine.

Der häufigste Fehler: uneinheitliche Angaben

Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall identisch geschrieben sein: im Profil, auf der Website, im Impressum und in Branchenverzeichnissen. Google gleicht diese Angaben ab; Abweichungen schwächen das Vertrauen in die Daten.

Typische Abweichungen: „Str.“ gegenüber „Straße“, Telefonnummer mal mit, mal ohne Ländervorwahl, ein Firmenzusatz, der nur an einer Stelle steht. Das klingt kleinlich, ist aber ein realer Faktor.

Praktisch: Legen Sie Ihre Angaben einmal schriftlich fest und übernehmen Sie sie überall wörtlich. Auf unserer eigenen Website steht die vollständige Anschrift deshalb in der Fußzeile jeder Seite und nicht nur im Impressum.

Was danach zu tun ist

  • Monatlich kurz hineinsehen. Google zeigt im Profil, über welche Suchbegriffe Menschen Sie gefunden haben.
  • Fotos ergänzen. Aktuelle Bilder von Arbeiten, Team und Räumen, denn das Profil ist kein Formular, das man einmal ausfüllt.
  • Feiertage und Sonderzeiten pflegen. Falsche Öffnungszeiten sind der häufigste Grund für schlechte Bewertungen.
  • Häufige Fragen auf der Website beantworten. Google beantwortet Fragen zum Profil inzwischen automatisch und greift dabei auf Profil, Website und Bewertungen zurück.
  • Verknüpfen. Die Profiladresse auf der Website verlinken und in den strukturierten Daten hinterlegen.

Genau das haben wir auf dieser Website gemacht: Die Bewertungen stehen im Wortlaut auf der Startseite, und das Profil ist in den strukturierten Daten als dieselbe Einrichtung hinterlegt.

Wie Profil und Website zusammenwirken

Beide stützen sich gegenseitig. Das Profil bringt lokale Sichtbarkeit und Anrufe; die Website beantwortet die Fragen, die vor einer Beauftragung entstehen, und bringt Sichtbarkeit bei Suchanfragen ohne Ortsbezug.

Wer nur ein Profil hat, verliert alle Interessenten, die mehr wissen wollen als Adresse und Öffnungszeiten. Wer nur eine Website hat, taucht bei lokalen Suchanfragen gar nicht erst in den Kartenergebnissen auf.

Wenn Sie nur eines von beiden angehen können und lokal arbeiten: Fangen Sie mit dem Profil an. Es ist kostenlos und wirkt schneller. Mehr zur Reihenfolge in Wie komme ich bei Google auf Seite 1?

Häufige Fragen

Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Nichts. Anlegen, Bestätigen und Pflegen sind kostenlos, es gibt keine kostenpflichtige Variante. Kosten entstehen nur, wenn Sie jemanden mit der laufenden Pflege beauftragen. Vorsicht bei Anrufen, die Gebühren für einen „Premium-Eintrag“ verlangen. Das sind keine Angebote von Google.
Wie lange dauert die Bestätigung?
Per Postkarte ein bis zwei Wochen, per Telefon oder E-Mail meist sofort, per Video einige Tage. Welche Verfahren angeboten werden, entscheidet Google je nach Branche und Adresse. Vor der Bestätigung erscheint das Profil nicht in den Suchergebnissen.
Brauche ich eine Geschäftsadresse?
Nicht zwingend. Wenn Sie zu Kunden fahren, können Sie statt einer Adresse ein Einzugsgebiet angeben und die Adresse ausblenden. Eine reine Postfachadresse ist nicht zulässig, und Google prüft das gelegentlich nach.
Kann ich schlechte Bewertungen löschen lassen?
Nur wenn sie gegen Googles Richtlinien verstoßen, etwa Beleidigungen, Werbung oder offensichtlich falsche Angaben. Eine sachlich kritische, aber zutreffende Bewertung bleibt stehen. Der wirksamere Weg ist eine ruhige, lösungsorientierte Antwort: Sie wird von künftigen Kunden mitgelesen.
Wie viele Bewertungen brauche ich?
Es gibt keine Schwelle. Wirksam ist, dass regelmäßig neue dazukommen. Ein Profil mit fünf Bewertungen aus den letzten Monaten wirkt lebendiger als eines mit fünfzig, von denen die jüngste drei Jahre alt ist. Erbitten Sie eine Bewertung nach jedem abgeschlossenen Auftrag.
Was ist der Unterschied zu Google Maps?
Kein inhaltlicher. Das Unternehmensprofil ist genau das, was in Google Maps und in den Kartenergebnissen der Suche angezeigt wird. Sie pflegen einmal und es erscheint an beiden Stellen.