Kurz gesagt

Website-Texte werden nicht gelesen, sondern überflogen. Schreiben Sie deshalb die wichtigste Aussage zuerst, in kurzen Absätzen mit Zwischenüberschriften. Nennen Sie konkret, was Sie für wen tun und was es ungefähr kostet, statt zu beschreiben, wie kompetent und zuverlässig Sie sind.

Der wichtigste Unterschied zu allem, was Sie sonst schreiben

Einen Prospekt liest man von vorn nach hinten. Eine Website überfliegt man: in Sprüngen, meist auf dem Telefon, oft in unter dreißig Sekunden.

Daraus folgt die einzige Regel, die wirklich zählt: Die Antwort steht oben. Nicht die Hinführung, nicht die Firmengeschichte, nicht die Begrüßung. Wer die Frage im Titel stellt, beantwortet sie in den ersten drei Sätzen.

Das fühlt sich beim Schreiben falsch an, weil man es in der Schule anders gelernt hat. Es ist trotzdem richtig.

Der Aufbau einer Seite

Reihenfolge, in der ein Besucher denkt
AbschnittBeantwortet die Frage
ÜberschriftBin ich hier richtig?
Erster SatzWas bekomme ich, und für wen ist das?
Erster KnopfWas soll ich tun?
LeistungspunkteWas genau ist enthalten?
VertrauenssignalWarum sollte ich Ihnen glauben?
Preis oder RahmenKann ich mir das leisten?
Häufige FragenWas ist mit meinem Sonderfall?
Knopf am EndeUnd jetzt?

Formulierungen, die Sie streichen sollten

Diese Sätze stehen auf fast jeder Firmenwebsite und sagen nichts. Sie kosten den wichtigsten Platz auf der Seite.

  • „Willkommen auf unserer Website“: verbraucht die erste Zeile für null Information
  • „Ihr kompetenter Partner für alle Fragen rund um …“: behauptet, was jeder behauptet
  • „Wir bieten Ihnen ein umfangreiches Leistungsspektrum“: benennt nichts
  • „Qualität, Zuverlässigkeit und Kundennähe“: austauschbar, unbelegbar
  • „Seit über 20 Jahren stehen wir für …“: Die Jahreszahl ist gut, der Rest nicht
  • „Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren“: Niemand zögert deswegen weniger

Der Test: Könnte ein Wettbewerber denselben Satz unverändert übernehmen? Dann streichen Sie ihn.

Was stattdessen funktioniert

  • Konkret statt allgemein. Nicht „individuelle Lösungen“, sondern „Badsanierung in 10 bis 14 Werktagen“.
  • Zahlen. Preise, Zeiträume, Stückzahlen, Jahre. Zahlen sind überprüfbar und deshalb glaubwürdig.
  • Was Sie nicht machen. Kaum etwas schafft so viel Vertrauen wie ein ehrlicher Ausschluss.
  • Die Sprache Ihrer Kunden. Wenn Kunden „Heizung kaputt“ sagen, schreiben Sie nicht „Störungsbehebung an wärmetechnischen Anlagen“.
  • Aktiv statt passiv. „Wir rufen innerhalb von 24 Stunden zurück“ statt „Eine Kontaktaufnahme erfolgt zeitnah“.
  • Ein Gedanke pro Absatz, zwei bis drei Sätze.

Woher Sie die Inhalte nehmen

Die häufigste Blockade ist nicht das Formulieren, sondern das leere Blatt. Dabei liegen die Inhalte längst bei Ihnen.

  • Ihr E-Mail-Postfach. Was fragen Kunden vor der Beauftragung?
  • Ihre Angebote. Woran scheitert eine Zusage am häufigsten? Diesen Einwand behandeln Sie auf der Seite.
  • Das Telefon. Notieren Sie eine Woche lang jede Frage, die Ihnen gestellt wird.
  • Ihre letzten fünf Aufträge. Was war die Ausgangslage, was haben Sie gemacht, was kam heraus?
  • Ihre Mitarbeiter. Die hören andere Fragen als Sie.

Ein praktischer Trick: Nehmen Sie sich mit dem Handy auf, während Sie einem Bekannten erklären, was Sie machen. Das Gesprochene ist fast immer besser als das, was Sie später am Schreibtisch formulieren würden.

Schreiben für Google, ohne für Google zu schreiben

Texte, die erkennbar für Suchmaschinen geschrieben sind, funktionieren seit Jahren nicht mehr. Was hilft, ist unspektakulär:

  • Eine Seite je Thema, nach dem jemand eigenständig suchen würde
  • Die Frage als Zwischenüberschrift formulieren, so wie jemand sie eintippt
  • Den Ort nennen, wo er hingehört: im Text, nicht in jedem zweiten Satz
  • Vollständig antworten. Google bewertet, ob die Frage beantwortet ist, nicht wie oft ein Wort vorkommt.
  • Auf eigene Seiten verlinken, wo es dem Leser hilft

Zur Textlänge: So lang, wie die Frage es erfordert. Text zu strecken schadet mehr, als er nützt. Mehr dazu in Was ist SEO? Einfach erklärt

Selbst schreiben oder schreiben lassen?

Beides funktioniert, und beides hat eine typische Schwäche. Selbst schreiben bringt echtes Fachwissen ein und klingt nach Ihnen, scheitert aber oft an der Zeit. Schreiben lassen bringt Struktur und Regelmäßigkeit, wird aber allgemein, wenn der Texter keinen Zugang zu Ihrem Wissen hat.

Am besten funktioniert die Mischung: Sie liefern das Fachwissen in einem halbstündigen Gespräch, jemand anders macht daraus strukturierten Text, Sie geben ihn frei.

Genau so arbeiten wir. Alle Seitentexte sind bei uns im Festpreis enthalten, nicht als Zusatzleistung, sondern weil Projekte sonst an genau dieser Stelle monatelang liegen bleiben. Von Ihnen kommen das Fachwissen und die Freigabe, nicht fertige Formulierungen.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Website-Text sein?
So lang, wie die Frage es erfordert. Eine Startseite kommt mit wenigen hundert Wörtern aus, eine Leistungsseite braucht oft 400 bis 800, ein Fachbeitrag zu einem umkämpften Thema 1.200 bis 2.000. Text künstlich zu strecken schadet mehr, als er nützt.
Was kostet es, Website-Texte schreiben zu lassen?
Freie Texter berechnen im Markt meist 0,50 bis 2 € pro Wort oder 300 bis 800 € pro Seite. Bei ADONO sind alle Seitentexte im Festpreis ab 1.500 € enthalten, bei Online-Shops allerdings nur die Seitentexte, nicht die Beschreibungen einzelner Produkte.
Kann ich Website-Texte von einer KI schreiben lassen?
Technisch ja. Das Problem ist inhaltlich: Ein rein maschinell erzeugter Text enthält nur, was ohnehin überall steht, und genau damit unterscheiden Sie sich von niemandem. Brauchbar wird es, wenn Ihre eigenen Zahlen, Beispiele und Ausschlüsse einfließen und ein Mensch prüft, was dasteht.
Wie fange ich an, wenn mir nichts einfällt?
Nehmen Sie sich mit dem Handy auf, während Sie einem Bekannten erklären, was Sie machen und für wen. Das Gesprochene ist fast immer besser als das, was am Schreibtisch entsteht, und Sie haben sofort Material, das Sie nur noch ordnen müssen.